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Als globaler Akteur mit Hauptsitz in den USA unterhält Snowflake weltweit fast 50 Standorte, darunter über 10 Niederlassungen im EU- und EWR-Raum. Dieser Überblick skizziert Snowflakes Ansatz zur Datensouveränität – mit einem Fokus auf aktuelle Kontrollmechanismen für die Datenresidenz und offene Standards, die eine Anbieterbindung verhindern – sowie die strategische Roadmap.
In der EMEA-Region kooperiert Snowflake mit diversen Sovereign-Cloud-Anbietern. Dadurch können wir sowohl EU-partnerbetriebene Sovereign-Cloud-Modelle als auch hybride Lösungen bereitstellen. So lassen sich die leistungsstarken Funktionen von Snowflake nahtlos auf Daten anwenden, die in europäischen Sovereign Clouds liegen.
Kunden können ihre bevorzugten Bereitstellungsorte frei wählen und ihre Konten so konfigurieren, dass ihre Daten in der gewünschten Region (z. B. der EU) verbleiben. Snowflake unterstützt mehrere EMEA-Regionen über die drei großen Cloud-Plattformen (AWS, Azure und GCP) hinweg. Dies bietet Kunden die Flexibilität, Anbieter und Standort passgenau auf ihre individuellen Anforderungen an die Datenresidenz abzustimmen.
Snowflakes Ansatz zum Schutz vor unerwünschten Zugriffen durch Dritte basiert auf zwei Säulen: rechtlichen Kontrollmechanismen und kundengesteuerten, technischen Benachrichtigungsmaßnahmen.
Richtlinie für behördliche Anfragen und Transparenzberichte:
Snowflake verfügt über eine öffentlich zugängliche Richtlinie für behördliche Anfragen und veröffentlicht regelmäßig Transparenzberichte, die Anfragen von US-amerikanischen sowie internationalen Behörden abdecken.
Staatliche Stellen werden von Snowflake grundsätzlich angewiesen, Daten direkt bei den jeweiligen Kunden anzufordern. Sollte Snowflake rechtlich gezwungen sein, direkt Auskunft zu erteilen, sieht unsere Richtlinie vor, die betroffenen Kunden zu informieren – es sei denn, dies ist gesetzlich untersagt. In einem solchen Fall bemüht sich Snowflake nach Kräften um eine Aufhebung der Geheimhaltungspflicht, dokumentiert die Anfrage und informiert die Kunden, sobald die rechtlichen Einschränkungen entfallen sind. Snowflake prüft die Rechtmäßigkeit jeder einzelnen Anfrage sorgfältig, legt bei berechtigten Zweifeln an der Rechtmäßigkeit Rechtsmittel ein und gibt Daten ausschließlich im Rahmen eines gültigen Rechtsverfahrens heraus.
Technische Kontroll- und Benachrichtigungsmechanismen (kundenseitig):
Kunden können sensible Daten auf Spaltenebene mit eigenen Verschlüsselungsschlüsseln schützen, die in ihrem eigenen KMS (Key Management System) oder HSM (Hardware Security Module) gehostet werden. Der Zugriff auf diese Spalten während einer Abfrage ruft das KMS der Kunden auf und generiert einen Audit-Trail in den von ihnen kontrollierten Systemen. Der Abgleich dieser Key-Vault-Protokolle mit dem Snowflake-Abfrageverlauf ermöglicht es Unternehmen, anomale Zugriffe zuverlässig zu erkennen und zu dokumentieren.
Werden bei diesem Abgleich Unstimmigkeiten festgestellt, stehen Kunden zwei unabhängige Reaktionsmöglichkeiten zur Verfügung: Sie können spezifische Spaltenschlüssel selektiv widerrufen, um sensible Daten zu isolieren, während der restliche Kontobetrieb reibungslos weiterläuft. Alternativ lässt sich über Tri-Secret Secure der Schlüssel auf Kontoebene widerrufen, was als sofortige, plattformweite Sperre fungiert.
Snowflake unterstützt Kunden bei der Einhaltung geltender EU-Gesetze und regulatorischer Vorgaben – darunter DSGVO, DORA, NIS2, EU Data Act und EU AI Act – durch eine Kombination aus technischen Kontrollen, vertraglichen Zusicherungen und spezifischer Compliance-Dokumentation.
Snowflake-Kunden mit Sitz in der EU schließen ihre Verträge mit einer lokalen EU-Tochtergesellschaft ab: der Snowflake Computing Netherlands B.V. (und nicht mit der Snowflake Inc. in den USA). Die allgemeinen Nutzungsbedingungen von Snowflake finden Sie hier, die EU-spezifischen Bedingungen hier (§ 3, European Economic Area) und weitere Details zu den Vertragsparteien hier.
Ein besonderes Merkmal der Snowflake-Architektur ist, dass Kunden das offene Tabellenformat von Apache Iceberg nutzen können. Dies beinhaltet die Option, Daten in ihrem eigenen externen Cloud-Storage abzulegen – einschließlich S3-kompatibler Speicherlösungen, die von Sovereign-Cloud-Anbietern ihrer Wahl gehostet werden. Möglich wird dies durch extern verwaltete Iceberg-Tabellen. Da die Daten im offenen Iceberg-Format vorliegen, können sie unabhängig von Snowflake von jeder kompatiblen Engine (wie Apache Spark, Trino und anderen) gelesen werden. Dies unterstützt unmittelbar die Einhaltung von Vorschriften zur Datenportabilität, wie beispielsweise dem EU Data Act.
Dieser Architekturansatz, der Rechenressourcen (Compute) vom kundeneigenen Speicher trennt, gibt Kunden die direkte, dauerhafte Kontrolle über ihre Daten – völlig unabhängig von der Anbieterbeziehung.
Snowflake treibt seine EU-Souveränitätsstrategie durch strategische Kooperationen mit Sovereign-Cloud-Anbietern in der EMEA-Region sowie regionalen Betriebspartnern voran. Diese Roadmap ist darauf ausgelegt, unterschiedlichen Anforderungen an die Souveränitätssicherung gerecht zu werden, und konzentriert sich auf zwei flexible Bereitstellungsarchitekturen:
Von EU-Partnern betriebene Deployments: Das Tagesgeschäft, Engineering und der Support werden vollständig von einem in der EU ansässigen Partner über einen direkten Kundenvertrag verwaltet, wodurch der Zugriff von außerhalb der EU strikt limitiert wird. Dieses Modell zielt kurzfristig auf SEAL 2 (Proaktive Souveränität) mit Datenresidenz, rechtlicher Klarheit und operativer Kontrolle ab. Langfristig ist eine Ausrichtung auf SEAL 3 (Digitale Resilienz) vorgesehen.
Integration mit nationalen Sovereign Clouds: Bringt die Snowflake AI Data Cloud direkt zu den Daten, die in zertifizierten Sovereign Clouds in der EMEA-Region gehostet werden. Kundendaten verbleiben in offenen Formaten und werden mit souverän verwalteten Verschlüsselungsschlüsseln abgesichert.
Zugriffstransparenz: Snowflake stellt Kunden abfragbare Audit-Protokolle über den Zugriff von Snowflake-Betreibern auf ihre Umgebungen zur Verfügung. Dies bietet Kunden volle Transparenz und die Möglichkeit, jegliche Zugriffsereignisse lückenlos nachzuweisen. Darüber hinaus sind die internen Back-End-Zugriffsprotokolle von Snowflake so konzipiert, dass ein Zugriff auf Kundendaten kategorisch vermieden wird – es sei denn, dies ist zur Erfüllung einer spezifischen, dokumentierten Anfrage zwingend erforderlich, wie beispielsweise bei einem Support-Fall. Jeder interne Zugriff erfordert eine geschäftliche Begründung und wird protokolliert.
Indem Snowflake Unternehmen die Flexibilität gibt, das Bereitstellungsmodell, die Region und die Infrastruktur passgenau zu ihren regulatorischen und betrieblichen Anforderungen zu wählen, fördern wir maximale Wahlfreiheit für unsere Kunden – ohne jegliche Kompromisse bei der Leistungsfähigkeit.
Um mehr über die Souveränitätsfunktionen von Snowflake zu erfahren, wenden Sie sich bitte an Ihr lokales Vertriebsteam oder kontaktieren Sie uns hier.
Dieser Artikel enthält zukunftsgerichtete Aussagen, einschließlich Aussagen zu geplanten Partnerschaften, zukünftiger Produktverfügbarkeit, Bereitstellungszeitplänen und der Ausrichtung der Roadmap. Diese unterliegen Risiken und Unsicherheiten und stellen keine Verpflichtung zur Bereitstellung bestimmter Funktionen oder zur Einhaltung konkreter Zeitpläne dar. Snowflakes Sovereign-Cloud-Partnerschaften und die damit verbundenen Produktfunktionen unterliegen der fortlaufenden Entwicklung, Partnervereinbarungen und regulatorischen Prozessen. Tatsächliche Ergebnisse und Angebote können wesentlich abweichen.