
Was ist RBAC (Role-Based Access Control, rollenbasierte Zugriffskontrolle)?
Bei der rollenbasierten Zugriffskontrolle (RBAC, Role-Based Access Control) handelt es sich um ein grundlegendes Framework, mit dem Organisationen Berechtigungen effektiv verwalten können, indem sie den Zugriff auf Grundlage bestimmter Rollen innerhalb der Organisation beschränken.
- Übersicht
- Was ist RBAC?
- Vorteile der Implementierung von RBAC
- Funktionsweise von RBAC
- Wichtige Regeln für RBAC
- RBAC-Modelle und -Varianten
- Praktische Beispiele für RBAC
- Implementierung von Best Practices rund um RBAC
- Mögliche Herausforderungen und Überlegungen
- RBAC vs. IAM
- FAQs zu rollenbasierten Zugriffskontrollen
- Kunden, die Snowflake Horizon Catalog nutzen
- Ressourcen zum Thema RBAC
Übersicht
Da Datenvorfälle immer häufiger auftreten und teurer werden, ist der Schutz sensibler Informationen von größter Bedeutung. Bei der rollenbasierten Zugriffskontrolle (RBAC, Role-Based Access Control) handelt es sich um ein grundlegendes Framework, mit dem Organisationen Berechtigungen effektiv verwalten können, indem sie den Zugriff auf Grundlage bestimmter Rollen innerhalb der Organisation beschränken. Mit RBAC können Unternehmen ihre Data Governance und Sicherheit stärken und die Prozesse für die Benutzerverwaltung optimieren. Dieser Artikel geht auf die wesentlichen Aspekte der RBAC ein, stellt ihre verschiedenen Vorteile und Herausforderungen vor und erörtert Best Practices für die Implementierung von RBAC-Modellen. Unabhängig davon, ob Sie RBAC noch nicht kennen oder praktische Implementierungstipps benötigen, liefert dieser umfassende Leitfaden die nötigen Einblicke, um Ihre Daten effizient zu schützen.
WAS IST RBAC?
Die rollenbasierte Zugriffskontrolle (Role-Based Access Control, RBAC) ist ein Sicherheitsmodell, das den Systemzugriff auf autorisierte Benutzer:innen aufgrund ihrer Rollen innerhalb einer Organisation einschränkt. Bei diesem Modell sind die Berechtigungen mit bestimmten Rollen verknüpft, und den Benutzer:innen werden diesen Rollen zugewiesen. Dadurch können Nutzerrechte und Verantwortlichkeiten effizient verwaltet werden. Dieser Ansatz verringert das Risiko eines unbefugten Zugriffs und unterstützt die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften.
RBAC wurde in den frühen 1990er Jahren entwickelt, um die wachsende Komplexität und Sicherheitsrisiken bei der Verwaltung des Benutzerzugriffs in immer größeren und komplexeren Computersystemen zu bewältigen. Sie bot eine effizientere, flexiblere und skalierbare Lösung, indem Berechtigungen mit Rollen statt mit einzelnen Benutzer:innen verknüpft wurden. Seitdem wird sie in verschiedenen Bereichen eingesetzt, darunter im Finanzwesen, Gesundheitswesen, in der Fertigung und im öffentlichen Sektor.
Zu den wichtigsten Komponenten von RBAC-Systemen gehören Rollen, Berechtigungen und Benutzer:innen.
- Rollen bestehen aus einer Reihe von Berechtigungen, die festlegen, welche Aktionen Benutzer:innen mit dieser Rolle innerhalb des Systems durchführen können.
- Berechtigungen sind spezifische Zugriffsrechte, die mit Ressourcen verbunden sind, wie z. B. das Lesen oder Ändern von Daten.
- Benutzer:innen sind Personen, die einer oder mehreren Rollen zugewiesen wurden und deren Zugriffsebene anhand der Jobfunktion bestimmt wird.
Der strukturierte Ansatz von RBAC für die Zugriffskontrolle verbessert die Sicherheit und vereinfacht Verwaltungsprozesse, sodass Organisationen sensible Daten schützen und gleichzeitig die betriebliche Effizienz und datengestützte Entscheidungsfindung fördern können.
Vorteile der Implementierung von RBAC
Die Implementierung von RBAC bietet zahlreiche Vorteile, die die Sicherheit, den Datenschutz und die betriebliche Effizienz innerhalb einer Organisation verbessern können. Durch die Zuweisung von Berechtigungen auf Grundlage von Benutzerrollen statt individueller Identitäten können Organisationen das Risiko eines unbefugten Zugriffs auf sensible Daten verringern. Diese Struktur trägt nicht nur zum Schutz kritischer Informationen bei, sondern vereinfacht auch die Einhaltung von Vorschriften wie HIPAA, DSGVO und SOX, indem sie ein klares und überprüfbares Framework für die Verwaltung des Zugriffs auf sensible Daten bereitstellt.
RBAC optimiert auch die Benutzerverwaltung, indem es die Zugriffskontrolle zentralisiert. Wenn ein:e Mitarbeiter:in eine andere Rolle erhält, können die Berechtigungen schnell aktualisiert werden, indem einfach die Rollenzuweisung geändert wird. Dadurch müssen einzelne Berechtigungen nicht mehr manuell aktualisiert werden, was Zeit spart, und das Fehlerrisiko reduziert.
Darüber hinaus verbessert RBAC die betriebliche Effizienz, indem es den Zeit- und Ressourcenaufwand für die Verwaltung von Benutzerberechtigungen reduziert. Mit einer klaren Rollenstruktur können Organisationen die Zugriffskontrolle automatisieren, was zu schnelleren Onboarding-Prozessen und weniger Verwaltungsaufwand führt. So können sich IT-Teams nicht nur auf strategische Initiativen konzentrieren, sondern steigern auch die Produktivität der Mitarbeitenden, indem sie gewährleisten, dass die Benutzer:innen über genau den Zugriff verfügen, den sie benötigen, um ihre Aufgaben effektiv auszuführen. Mit RBAC kann das Onboarding neuer Mitarbeitender von mehreren Tagen auf nur wenige Stunden reduziert werden, was Zeit und Kosten spart.
Funktionsweise von RBAC
RBAC vereinfacht die Verwaltung von Benutzerberechtigungen, indem Benutzer:innen Rollen anhand ihrer Jobfunktionen zugewiesen werden. Dank dieser Rollenzuweisung können Administrator:innen Berechtigungen gruppieren und so die Zugriffsrechte in der gesamten Organisation einfacher verwalten. Anstatt einzelnen Personen Berechtigungen zuzuweisen, werden Rollen mit dem erforderlichen Zugriff definiert und die entsprechenden Personen werden diesen Rollen nach Bedarf zugewiesen. Dieser Prozess optimiert nicht nur die Verwaltung, sondern erhöht auch die Sicherheit, weil Benutzer:innen nur den Zugriff erhalten, der ihrer Rolle entspricht.
In einem RBAC-System sind Zugriffsberechtigungen und -richtlinien klar definiert, um festzulegen, wer auf welche Ressourcen zugreifen kann. Jede Rolle enthält vordefinierte Berechtigungen, die festlegen, welche Aktionen eine Person durchführen kann. Beispielsweise kann eine Data-Analyst-Rolle Berechtigungen zum Lesen und Analysieren von Daten umfassen, während eine Admin-Rolle über umfassendere Berechtigungen zum Ändern von Daten und zum Verwalten des Zugriffs verfügen würde. Dieser strukturierte Ansatz gewährleistet die Einhaltung interner Richtlinien und regulatorischer Anforderungen, da Berechtigungen regelmäßig auditiert und überprüft werden können.
Benutzerauthentifizierung und -autorisierung in RBAC sind für die Aufrechterhaltung der Sicherheit von entscheidender Bedeutung. Wenn eine Person versucht, auf eine Ressource zuzugreifen, muss sie sich zunächst authentifizieren, in der Regel über einen Benutzernamen und ein Passwort. Nach der Authentifizierung überprüft das System die zugewiesene Rolle der Person und die zugehörigen Berechtigungen, um festzustellen, ob sie für den Zugriff auf die angeforderte Ressource autorisiert ist. Dieser mehrschichtige Ansatz schützt sensible Daten und bietet ein klares Framework für die Verwaltung des Benutzerzugriffs in verschiedenen Umgebungen.
Wichtige Regeln für RBAC
RBAC verwendet drei primäre Regeln, um effektiv zu funktionieren und einen strukturierten und sicheren Ansatz für die Verwaltung des Benutzerzugriffs zu gewährleisten. Diese Regeln legen eine klare Hierarchie für die Art und Weise fest, wie Berechtigungen erteilt werden.
Rollenzuweisung
Bevor Benutzer:innen Aktionen ausführen oder Berechtigungen ausüben können, müssen sie zunächst einer oder mehreren Rollen zugewiesen werden. Diese grundlegende Regel gewährleistet, dass niemand ohne eine explizite Rollenzuweisung innerhalb des Systems Berechtigungen hat. Somit ergibt sich auch eine direkte Verbindung zwischen den Benutzer:innen und den individuell definierten Zugriffsrechten.
Rollenautorisierung
Die Rollenautorisierung gewährleistet, dass alle Benutzer:innen ausdrücklich berechtigt sind, die zugewiesenen Rollen innezuhaben. Während die Rollenzuweisung den Benutzer:innen ihre Rollen zuweist, ist die Autorisierung die Sicherheitsüberprüfung, die bestätigt, dass sie die Rolle nutzen dürfen. Dieser Schritt schützt das System, indem unbefugter Zugriff blockiert und das Risiko von Missbrauch reduziert wird.
Berechtigungserteilung
Berechtigungen werden nicht direkt an Benutzer:innen vergeben. Stattdessen werden sie ausschließlich über bestimmte Rollenzuweisungen erteilt. Dadurch wird eine klare, rollenbasierte Beziehung geschaffen, bei der der Zugriff für Benutzer:innen von der jeweiligen Rolle abhängt, nicht von der individuellen Identität.
RBAC-Modelle und -Varianten
Zwei nennenswerte Varianten von RBAC sind Hierarchical RBAC und Constrained RBAC, die sich jeweils durch einzigartige Vorteile bei der Verwaltung von Zugriffsrechten auszeichnen.
Hierarchical RBAC führt einen strukturierten Ansatz für Rollen ein, der eine Eltern-Kind-Beziehung zwischen Rollen ermöglicht. Das bedeutet, dass eine leitende Rolle Berechtigungen von einer untergeordneten Rolle übernehmen kann, was die Zugriffsverwaltung optimiert und Redundanzen reduziert. So können Führungskräfte beispielsweise automatisch auf die Ressourcen zugreifen, die ihren Teammitgliedern zur Verfügung stehen. Das vereinfacht die Verwaltung von Benutzerberechtigungen.
Constrained RBAC fügt eine zusätzliche Sicherheitsschicht hinzu, indem Einschränkungen für Rollenzuweisungen und Berechtigungen integriert werden. Diese Variante ist besonders in Umgebungen nützlich, in denen die Einhaltung von Vorschriften entscheidend ist, wie z. B. beim Umgang mit sensiblen personenbezogenen Daten, Finanztransaktionen oder geheimen amtlichen Informationen. Indem RBAC Regeln festlegt, die den Zugriff auf Grundlage spezifischer Bedingungen – wie Tageszeit oder Standort – begrenzen, kann RBAC sicherstellen, dass Benutzer:innen nur dann Zugriff haben, wenn es angemessen und erforderlich ist.
Darüber hinaus kann RBAC zur Verbesserung der Sicherheit mit der attributbasierten Zugriffskontrolle (Attribute-Based Access Control, ABAC) integriert werden. Während sich RBAC auf Rollen konzentriert, berücksichtigt ABAC Benutzerattribute, Ressourcenattribute und Umgebungsbedingungen, um Zugriffsentscheidungen zu treffen. Mit diesem hybriden Ansatz können Organisationen ein dynamischeres und kontextbezogenes Zugangskontrollsystem einrichten, das sicherstellt, dass Benutzer:innen je nach ihren spezifischen Umständen die richtige Zugriffsebene erhalten. Bei sensiblen Forschungsprojekten kann ABAC beispielsweise den Zugriff auf Daten basierend auf der Rolle der Forschenden, der Projektphase, der Datensensibilität und sogar der Tageszeit begrenzen.
Praktische Beispiele für RBAC
IT-Systeme in Unternehmen
In IT-Systemen von Unternehmen organisiert RBAC den Zugriff nach Jobrolle. So kann beispielsweise das Personalmanagement Mitarbeiterdaten einsehen und aktualisieren, während Finanzanalyst:innen auf Finanzdaten zugreifen können, nicht aber auf Personaldateien. Dies kann die Sicherheit verbessern, indem Mitarbeitende daran gehindert werden, Informationen außerhalb ihrer Verantwortung zu erhalten. Außerdem wird die Verwaltung vereinfacht, da IT-Teams nicht mehr die Berechtigungen pro Benutzer:in anpassen müssen. Stattdessen können sie Benutzer:innen vordefinierte Rollen zuweisen, die bereits die entsprechenden Berechtigungen enthalten. RBAC unterstützt auch die Compliance, indem sie Aufzeichnungen führt, die zeigen, dass nur autorisierte Mitarbeitende auf sensible Daten wie Gehälter und Sozialleistungen zugreifen können.
Cloud-Umgebungen
In Cloud-Umgebungen definiert RBAC, wer virtuelle Ressourcen steuern kann. Cloud-Administrator:innen haben möglicherweise die Berechtigung, Server und Datenbanken zu erstellen, zu verwalten oder zu löschen. Entwickler:innen hingegen können Anwendungen nur in einer Testumgebung bereitstellen. Das erhöht die Sicherheit, weil begrenzt wird, wer kritische Änderungen vornehmen kann. RBAC trägt außerdem dazu bei, dass Benutzer:innen mit Zugriff auf Cloud-Systeme interne Governance- und Sicherheitsrichtlinien einhalten.
Gesundheitswesen
RBAC ist im Gesundheitswesen unerlässlich, wo der Schutz sensibler, privater medizinischer Daten von größter Bedeutung ist. Die Einschränkung des Zugriffs nach Rollen trägt dazu bei, die Einhaltung von Gesundheitsvorschriften wie HIPAA zu gewährleisten, die eine strikte Kontrolle darüber erfordern, wer Patientendaten einsehen, auf diese zugreifen und sie verarbeiten kann. Beispielsweise kann die Rolle für Ärztin/Arzt Zugriff auf Patientenakten haben und diese aktualisieren, während die Rolle Rezeptionist:in nur die Kontaktdaten und Terminpläne von Patient:innen einsehen kann. Auch die Verwaltung wird einfacher, da die IT große Teams von Benutzer:innen über vordefinierte Rollen verwalten kann.
Finanzdienstleistungen
Im Bereich der Finanzdienstleistungen unterstützt RBAC Teams bei der Steuerung des Zugriffs auf Transaktionsdaten und private Finanzdaten. Trader:innen können Trades ausführen, aber nur Manager:innen können diese Trades genehmigen, während Compliance Officer Transaktionen überprüfen, aber keine Trades vornehmen oder genehmigen können. Diese Trennung reduziert die Wahrscheinlichkeit von Insiderbetrug und erleichtert die Benutzerverwaltung, da der Zugriff nach Rolle und nicht nach Person verwaltet wird. Im Hinblick auf die Compliance führt RBAC Aufzeichnungen, die belegen, dass nur autorisierte Personen wichtige Finanztransaktionen genehmigt haben, was gemäß der Branchenvorschriften erforderlich ist.
Implementierung von Best Practices
Die Einführung von Best Practices für RBAC-Systeme ist von entscheidender Bedeutung, um die Datensicherheit, den Datenschutz und die Data Governance aufrechtzuerhalten und sicherzustellen, dass Benutzer:innen einen angemessenen Zugriff auf die benötigten Daten haben. Die folgenden Best Practices sind dabei besonders wichtig.
Um mit der Einrichtung von Rollen und Berechtigungen zu beginnen, sollten Administrator:innen die verschiedenen Rollen definieren, die die Organisationstruktur und die Datenzugriffsanforderungen widerspiegeln. Dazu gehört die Einrichtung von Rollen wie Data Analysts, Data Engineers und Data Scientists, die jeweils mit aufgabenspezifischen Berechtigungen zugeschnitten sind. Sobald Rollen eingerichtet wurden, können diesen Rollen Berechtigungen zugewiesen werden, sodass Benutzer:innen nur auf die Ressourcen zugreifen können, die für ihre Jobfunktionen erforderlich sind.
Die Einhaltung von Best Practices ist für die Optimierung von Sicherheitskontrollen und Effizienz bei der Implementierung von RBAC unerlässlich. Um sensible Daten zu schützen, sollten Organisationen das Prinzip der geringsten Berechtigungen einführen, das Benutzer:innen nur das Mindestmaß an Zugriff gewährt, das zur Erfüllung ihrer Aufgaben erforderlich ist. Auch die regelmäßige Überprüfung und Aktualisierung von Rollen und Berechtigungen ist entscheidend, da hierdurch Risiken im Zusammenhang mit Benutzerfluktuation oder Änderungen der Zuständigkeiten minimiert werden können. Darüber hinaus kann die Integration einer klaren Benennungskonvention für Rollen zu einem besseren Management und Verständnis der Zugriffsstufen in der gesamten Organisation beitragen.
Die Überwachung und Prüfung der RBAC-Nutzung ist eine wichtige Komponente einer robusten Sicherheitsstrategie. Organisationen sollten umfassende Tools nutzen, mit denen Administrator:innen Rollenzuweisungen und Berechtigungsänderungen nachverfolgen können. Durch regelmäßige Audits dieser Protokolle können Organisationen ungewöhnliche Zugriffsmuster oder potenzielle Sicherheitsverletzungen erkennen. Darüber hinaus können Organisationen den Überwachungsprozess weiter verbessern, indem sie integrierte Funktionen zur Automatisierung von Warnungen bei signifikanten Änderungen der Rollenzuweisungen nutzen. Dies ermöglicht es ihnen, bei Abweichungen von festgelegten Zugriffsprotokollen zeitnah zu reagieren.
Mögliche Herausforderungen und Überlegungen
Die Implementierung einer rollenbasierten Zugriffskontrolle kann die Datensicherheit und Governance innerhalb einer Organisation verbessern. Es müssen jedoch mehrere potenzielle Herausforderungen überwunden und Überlegungen angestellt werden, um ein effektives Management zu gewährleisten.
Rollenexplosion und Verwaltungskomplexität: Wenn Organisationen wachsen und sich weiterentwickeln, schaffen sie oft eine überwältigende Anzahl von Rollen, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Benutzer:innen gerecht zu werden. Dies kann zu Verwirrung und Ineffizienzen im Rollenmanagement führen, was eine genaue Nachverfolgung von Berechtigungen und Verantwortlichkeiten erschwert. Es ist äußerst wichtig, die Rollenstrukturen zu vereinfachen und gleichzeitig sicherzustellen, dass sie umfassend genug sind, um die Bedürfnisse der Organisation zu erfüllen. Die Gefahr einer Rollenexplosion kann durch eine sorgfältige Definition der Rollengranularität, die Zusammenführung redundanter Rollen und die Nutzung von Rollenhierarchien, sofern sinnvoll, eingedämmt werden. Auch eine regelmäßige Überprüfung und Bereinigung von Rollen ist unerlässlich.
Überlappende Rollenzuweisungen: Wenn Benutzer:innen mehrere Rollen zugewiesen werden, kann dies zu Konflikten bei den Berechtigungen führen und Sicherheitslücken verursachen. Klare Richtlinien für die Rollenzuweisung und die regelmäßige Überprüfung des Benutzerzugriffs sind unerlässlich, um potenzielle Risiken im Zusammenhang mit sich überlappenden Berechtigungen zu verhindern. Organisationen können auch Analysetools für den rollenbasierten Zugriff einsetzen, um Konflikte zu erkennen und zu lösen. Klare Richtlinien sollten festlegen, wie Situationen zu handhaben sind, in denen Benutzer:innen Zugriff benötigen, der sich über mehrere Rollen erstreckt – beispielsweise die Definition zusammengesetzter Rollen.
Compliance in einem Umfeld mit sich ständig ändernden Vorschriften: Mit der Weiterentwicklung von Datenschutzgesetzen und Branchenstandards müssen Organisationen ihre RBAC-Richtlinien anpassen, um die Einhaltung geltender Gesetze zu gewährleisten. Regelmäßige Audits und Aktualisierungen von Rollenzuweisungen und Zugriffskontrollen können Organisationen dabei helfen, die gesetzlichen Anforderungen einzuhalten und so das Risiko von Verstößen und damit verbundenen Strafen zu reduzieren.
RBAC vs. IAM
Die Begriffe RBAC und IAM (Identity and Access Management) werden oft gemeinsam verwendet, beziehen sie sich jedoch auf unterschiedliche Konzepte im Bereich der Zugriffskontrolle. IAM ist ein breit angelegtes Framework, das digitale Identitäten und deren Zugriffsrechte verwaltet. RBAC ist eine spezielle Methode zur Kontrolle des Zugriffs innerhalb dieses Frameworks.
Umfang der Kontrolle
Bei IAM handelt es sich um ein umfassendes Sicherheits-Framework. Es verwaltet den gesamten digitalen Lebenszyklus der Benutzer:innen – vom Erstellen der Identität bis zum Löschen. Dazu gehören Identitätsüberprüfung, Authentifizierung und Verwaltung des Benutzerlebenszyklus. Bei RBAC handelt es sich um eine Methode zur Verwaltung von Zugriffsrechten im Rahmen einer größeren Identity-Management-Initiative. Sie konzentriert sich speziell auf die Autorisierung und die Aufgaben, die Benutzer:innen ausführen bzw. auf die Ressourcen, auf die sie zugreifen dürfen (und in welchem Detailgrad).
Authentifizierung vs. Autorisierung
IAM deckt sowohl Authentifizierung als auch Autorisierung ab. Bei der Authentifizierung wird die Benutzeridentität überprüft (z. B. mit einem Benutzernamen und einem Passwort). Die Autorisierung dagegen bestimmt, auf welche Systeme, Daten oder Ressourcen die Benutzer:innen zugreifen können. RBAC ist eine Art Autorisierungsmodell.
Flexibilität beim Zugriff
Wenn es um Flexibilität beim Zugriff geht, gilt RBAC sowohl als einfacheres als auch starreres Modell als IAM, da es auf vordefinierten Rollen basiert. Für ein kleines Unternehmen mit klaren Rollen ist das effizient und einfach zu verwalten. Bei RBAC kann jedoch die Flexibilität fehlen, die eine komplexere oder größere Organisation für eine äußerst präzise Zugriffskontrolle benötigt.
IAM besitzt ein breit angelegtes Framework. Es kann flexiblere Modelle wie die attributbasierte Zugriffskontrolle (ABAC) einbeziehen, die den Zugriff zusätzlich zur Benutzerrolle auf der Grundlage einer Vielzahl von Faktoren wie Tageszeit oder Standort gewährt.
Ansatz für die Benutzerverwaltung
Bei RBAC sind Berechtigungen an Rollen geknüpft, und die Benutzer:innen werden diesen Rollen zugewiesen. Dies vereinfacht die Verwaltung, da bei Änderungen der Jobfunktion der Zugriff durch einfache Anpassung der Rollenzuweisung aktualisiert werden kann. IAM verwaltet jedoch den gesamten Benutzerlebenszyklus. Es kann Prozesse automatisieren, wie z. B. die Gewährung des Erstzugriffs für neue Mitarbeitende am ersten Tag und den Widerruf des Zugriffs, wenn Mitarbeitende aus dem Unternehmen ausscheiden.
FAQs zu rollenbasierten Zugriffskontrollen
Sicherheitssysteme für Zugriffskontrollen schützen Daten und andere Ressourcen, indem sie die Identität einer Person verifizieren und dann festlegen, auf welche Ressourcen sie zugreifen darf. Die Benutzer:innen werden zunächst durch Anmeldeinformationen wie Benutzername, Passwort, biometrischer Scan oder andere eindeutige Merkmale identifiziert. Nach der Authentifizierung autorisiert das Zugriffskontrollsystem die Benutzer:innen, indem es die zugewiesenen Berechtigungen überprüft, um zu entscheiden, welche Aktionen durchgeführt werden können.
Die häufigste Lösung für die Zugriffskontrolle ist die rollenbasierte Zugriffskontrolle (RBAC, Role-Based Access Control), bei der die Berechtigungen basierend auf den Jobrollen der Benutzer:innen erteilt werden. Die Zugriffskontrolle ist auch Teil des größeren Sicherheits-Frameworks Identity and Access Management (IAM). Weitere Lösungen für die Zugriffskontrolle sind die attributbasierte Zugriffskontrolle (ABAC), bei der zusätzliche Faktoren wie Standort, Gerätetyp und Aktionstyp für die Zugriffsgewährung herangezogen werden, und die obligatorische Zugriffskontrolle (Mandatory Access Control, MAC), bei der strenge Richtlinien auf der Grundlage von Datenklassifizierung und Benutzerfreigabe durchgesetzt werden. MAC wird häufig in Hochsicherheitsumgebungen wie Militär, Verteidigung und Regierungssystemen eingesetzt, die mit geheimen Informationen arbeiten.
RBAC eignet sich am besten für Organisationen, bei denen der Zugriff nach Rolle und nicht nach Person zugewiesen werden kann. Das Konzept hat sich in Unternehmen aller Größenordnungen bewährt. Es optimiert die Verwaltung von Berechtigungen, verbessert die Sicherheit und gewährleistet die Einhaltung von Vorschriften, ohne dass Sie Zeit damit verbringen müssen, die Berechtigungen für die einzelnen Mitarbeitenden anzupassen.
Die vier Hauptarten der Zugriffskontrolle sind:
- Rollenbasierte Zugriffskontrolle (RBAC): Vergibt Berechtigungen basierend auf der Jobrolle von Personen.
- Attributbasierte Zugriffskontrolle (ABAC): Gewährt Zugriff basierend auf einer Kombination von Benutzerattributen, Ressourcenattributen und Umgebungsbedingungen.
- Diskretionäre Zugriffskontrolle (DAC): Eigentümer:innen von Ressourcen können anderen Benutzer:innen den Zugriff gewähren oder verweigern.
- Obligatorische Zugriffskontrolle (MAC): Zentrale Administrator:innen legen Richtlinien fest, die den Zugriff auf der Grundlage der Sensibilität einer Ressource und der Sicherheitsfreigaben der Benutzer:innen bestimmt.

